Freitag, 20. Februar 2009

Rückblick

Am Dienstag, den 17.02., hieß es dann Abschiednehmen.

Es war eine tolle Reise mit vielen Eindrücken, neuen Erfahrungen und netten Bekanntschaften!
Und von allem war ein bisschen dabei:
  • Freunde, die wir besucht / kennengelernt haben
  • wunderschöne Natur (Riesen-Schmetterlinge, Felsschluchten, Vulkane, Wälder, Inseln, Seen, Flüsse, Meer ...)
  • Kultur (Pyramiden, Märkte, ...)
  • gutes, typisches Essen
  • Sonne, Strand & Meer,
  • viele Städte,
  • kleine, abgeschiedene Dörfer
  • manchmal kalte Duschen & Kloos ohne Sitzdeckel (Warum fehlen die fast immer?!)
  • uvm

Nun sind wir am Ende unserer Reise und wir hoffen, dass euch der Blog gefallen hat!


Vielen Dank fürs Mitlesen und für die lieben Kommentare,

Betti und Ralf

Mexiko Stadt

In Mexiko Stadt sind Ralf und ich die ersten 2 Tage bei Valentine, der frz. Freundin meines Freundes Rodrigo untergebracht gewesen. (Rodrigo ist auch Couchsurfer und er und sein Cousin David haben mich im Juli '08 aufgenommen)

Was wir vor unserer Ankunft nicht wussten:
Valentine und ihre 2 Mitbewohner haben anscheinend täglichlich um die 10 Couchsurfer in ihrer WG! Über Nacht muss man daher aufpassen, wo man hintritt, denn der Boden ist voll mit schlafenden Mädls und Jungs.

Vorteile bei einer so großen Meute:
  • viele Kulturen / Sprachen / Länder vertreten
  • Gesprächsstoff ohne Grenzen
  • man ist nie allein daheim und kann zusammen etwas unternehmen
Nachteile:
  • Partygänger kommen sehr spät nach Hause und wecken einen unweigerlich auf
  • Es wird neben einen hingekotzt (zum Glück hatte ich Schnupfen!)
  • Man kann nicht viel schlafen (lange Gespräche, späte Heimkehrer, Schnarcher, ...)
Für uns haben die Nachteile überwogen und so sind wir nach 2 sehr kurzen Nächten zu meinem Freund David gezogen (der mich mit Rodrigo im Juli und Oktober gehostet hat)


Nun aber:
Was haben wir in Mexiko Stadt gemacht?

Am Ankunftstag haben wir vormittags den Stadtteil Coyoacan angeschaut, in dem die Wohnung von Valentine ist. (Grund: alle haben um 8:30 gepennt, als wir ankamen)
Den Nachmittag verbrachten wir im Stadtzentrum mit Rodrigo und einem Couchsurfer-Mädl aus Frankreich. Und obwohl ich insgesamt 10 Tage bereits im Sommer in Mexiko Stadt war, habe ich im Zentrum viel neues gesehen! Die Stadt ist einfach riesig...

Am 2. Tag sind Ralf und ich zu einem großen Straßenmarkt gefahren, denn wir wollten ja vor dem Heimflug nochmal so richtig shoppen gehen.
Die Ausbeute: viel Kleidung - aber immer noch war zuviel Geld da.
Daher gings am nächsten Tag - nachdem wir uns die enormen Pyramiden von Teotihuacán angesehen hatten - nochmal zum Einkaufen.
Die Ausbeute: Artesanía (Kunsthandwerk) und bisserl Kleidung - aber immer noch blieb Geld übrig.
Und so gingen wir auch am 3. Tag zum Einkaufen. Diesmal aber richtig. Schon nach 3 Std war mein Geld alle und ich musste sogar noch welches abheben!

Nach diesen 3 wirklich sehr anstrengenden Tagen, waren wir fix und fertig! Am Montag Abend packten wir dann nur noch unsere Rucksäcke und fühlten uns schwach und kränklich... Noch einen Einkaufstag mehr hätte ich nie und nimmer durchgestanden! Die Gleichung "Shoppen = Sport = Mord" war uns davor nicht so bewusst gewesen....

Donnerstag, 12. Februar 2009

Bei den "Pueblos mancomunados"

Am Mittwoch fuhren Ralf und ich zu den Pueblos mancomunados - zu einer so genannten Dorfgemeinschaft. Durch Zufall haben wir von der Gemeinschaft von 8 Bergdörfern erfahren, die zusammen vor 11 Jahren ein Ökutourismus-Projekt auf die Beine gestellt haben. Auf dem Programm stehen Touren durch die angrenzenden Wälder der auf über 3000m liegenden Dörfer, die dem Besucher Wasserfälle, Schluchten und schöne Ausblicke bieten. Und das alles bei einer Anfahrt von "nur" 2,5 Std.
Die Beschreibung hat uns überzeugt und so haben wir kurzerhand unseren Aufenthalt in Oaxaca um 2 Tage verkürzt - frei nach dem Motto "raus aus der Grossstadt, rein in die Natur".

Am Ankunftstag sind wir gleich eine 4 stündige Tour im Wald eines 150 Seelen-Dorfes gegangen und das Highlight waren vorstehende Felsvorsprünge (und von meinem aus gings verdammt weit runter....)


Das tolle an der Wanderung war, dass sie kaum anstrengend war, denn es ging nur selten bergauf. (Sobald es jedoch bergauf ging, haben wir sofort die 3000m gespürt, denn unser Puls war auf einmal doppelt so schnell, und das Atmen doppelt so anstrengend)
Nach dem "Städtegeruch" von Oaxaca genossen wir auch umso mehr den Waldgeruch - ich wusste gar nicht, wie gut ein Wald duften kann!

im Wald

Nach unserer Wanderung lernten wir zwei Luxemburger kennen. Sie waren so offenherzig und nett, dass wir nicht nur abends zusammen gegessen haben, sondern auch vor dem Kamin unserer Holzhütte noch gemütlich zusammengesessen sind. (...und endlich den letzten Rest des Flor de Cañas aus Nicaragua vernichtet haben)

mit Pascal und Steve

Heute, am Donnerstag, sind wir mit dem Bus zum nächsten Dorf gefahren und haben ebenfalls eine mehrstündige Wanderung durch den Wald gemacht. Dabei haben wir von unserem Guide viele interessante Sachen erfahren, u.a., dass jeder Mitbürger zwischen 16 und 60 Jahren alle 3 Jahre eine Art Sozialdienst für die Dorfgemeinschaft leisten muss. Unser Guide, der im "wirklichen" Leben Bauer ist, leistet dieses Jahr seinen Solzialdienst also als Touristenführer ab, da der Ökutourismus ist in der Hand der Dorfgemeinschaft. Daführ gewährleistet die Gemeinschaft u.a. ein kostenloses Gesundheitssystem und stellt jedem Haushalt trinkbares Wasser zur Verfügung.

Die Wanderung an sich gefiel uns aber nicht nur wegen der interessanten Gespräche besser, sondern auch weil der Waldweg diesmal unter und über Bäume führte, durch eine Felsschlucht hindurch und manchmal auch eine Holzleiter runter:


Nach unserer Tour hiess es dann: Auf in den Funpark!
Wir balanzierten in luftiger Höhe über wacklige Brücken und an reinen Stahlseilen und zum krönenden Ende in Tarzanmanier von einem Baum zum anderen:


Trotz der grossen Gaudi war ich dann aber doch froh, wieder festen Boden unter meinen Füssen zu haben.

Da der Bus zurück nach Oaxaca erst abends um 19h ging, kletterten Ralf und ich noch einen "Antennenhügel" hoch, der direkt im Dorf war, um uns die Zeit zu vertreiben. Trotz der Fernsehantennen war der Hügel super, denn er bot uns einen Ausblick auf die blauen Berge rundherum:


Nun sind wir wieder in Oaxaca und warten darauf, dass unser Bus nach Mexiko Stadt abfährt. Dort warten die letzten 4 Tage unserer Reise auf uns.... doch obwohl es uns hier sehr gut taugt, freuen wir uns schon riesig auf euch alle!

Oaxaca

In Oaxaca angekommen wurden Ralf und ich zum Glück bald von unserem Couchsurfer Rodrigo abgeholt - und zwar in einem alten VW Käfer.

Da Rodrigo noch sehr müde war, machten wir gar nicht lange Halt in seiner kl. Wohnung, und fuhren sofort ins Zentrum.
Am meisten gefiel uns der Markt, denn dort gab es einen Fruchtstand in den wir uns sofort verliebten. Der Grund: Dort gibt es super leckere Fruchtsäfte und das perfekte Frühstück bestehend aus selbstgemachtem Fruchtjoghurt mit vielen verschiedenen Früchten und Müsli....mmmmmmm
Am Markt entstanden u.a. folgende Fotos:

die Fleischabteilung

Heuschrecken,
die sich Ralf zum Knabbern kaufte

Am nächsten Tag gings dann auf nach "Monte Albán" - eine über 2000 Jahre alte Stadt der Indigenas, die nicht weit von Oaxaca auf einem Berg steht. Niemand kennt den wahren Namen der alten Stadt und daher wurde sie nach den weissen Bäumen benannt, die dort oben wachsen. (Monte = Berg, Albán = weiss). Jetzt wissen wir auch endlich warum die Albinohunde Albinohunde heissen!
Wie bei Palenque, war auch Monte Albán eine Stadt mit rot eingefärbten Pyramiden und ist ebenfalls bis heute noch sehr gut erhalten (was daran liegt, dass die Spanier bei ihrem Eroberungszug Monte Albán nicht entdeckt haben).

ein Teil von Monte Albán

Nach der Rückkehr in die Stadt fuhren wir zu einem nahegelegenen Dorf, das wegen einem riesigen Baum berühmt ist, der sogar noch älter ist, als Monte Albán! Und es wird behauptet, es sei mit einem Umfang von 58m und einer Höhe von 42m das grösste Lebewesen der Welt.
Deshalb gelang es uns auch leider nicht, den Baum in seiner vollen Stattlichkeit aufs Foto zu bekommen.


Am Abschiedsabend entstand dann noch ein Foto mit unserem Couchsurfer Rodrigo:


Montag, 9. Februar 2009

San Pedro

Von Antigua aus sind Ralf und ich am Freitag mit einem Minibus nach Panajachel gefahren - und dieses Mal kam der Bus auch an unserem Hotel vorbei :)

In Panachajel gingen wir in einen grossen Stoffladen (Guatemala ist fuer seine Stoffmuster/arten beruehmt) und dort wurde Ralf fündig: Nach einer guten Std kamen wir mit einer gekauften grossen Tagesdecke samt dazupassenden Kissenbezügen wieder heraus.

der Stoffladen in dem Ralf fuendig wurde

Panachajel liegt am Ufer des grossen Sees "Lago Atitlan". Wir wollten jedoch zum Staedtchen namens San Pedro, das am gegenüberliegenden Ufer liegt. Und so gings mit dem Motorboot weiter nach San Pedro.
San Pedro ist ein sehr touristischer Ort, in dem es hauptsächlich Hotels, Bars und Restaurants zu geben scheint. Es ist an einem Hügel gelegen und hinter dem Staedtchen tuermt sich erhaben ein Vulkan auf, der ebenfalls San Pedro heisst.

Am ersten Tag sind wir noch gemütlich in der kl Stadt hoch und runtergelaufen. Doch am zweiten Tag gings zum Vulkan. Die Strecke von unserem Hotel bis zum Gipfel dauerte 4 Std und war ziemlich anstrengend. Jedoch machte der tolle Ausblick alle Mühe wert!

die atemberaubende Aussicht auf den Lago Atitlan

nach 4 Std Plagerei:
"Wir habens geschafft!"


Danach gings direkt zu den "Thermales". Das sind Badewannen im Freien, die mit sonnenbeheiztem Wasser befüllt sind. So konnten wir bei Sonnenuntergang und mit Seeblick unsere müden Füsse ausruhen lassen und stiegen erst wieder aus der steinernen Badewanne, als der Mond und die Sterne schon längst aufgegangen waren.


Am Sonntag hiess es dann: AUF NACH MEXIKO! Und wir machten eine lange Busreise (mit vielen Buswechseln) bis zur Grenze. In Mexiko angekommen ging es dann nach einer kurzen Pause in einem Nachtbus weiter bis Oaxaca. Alles in allem dauerte die Fahrt von San Pedro bis nach Oaxaca 24 Std! Doch wir habens überlebt ;)


so sahen 2 unserer Busse aus
(alte kanadische Schulbusse)

Freitag, 6. Februar 2009

Antigua (Guatemala)

Am Mittwoch standen Ralf und ich sehr frueh auf, um puenktlich um 6am vor unserem Hotel zu stehen. Denn dort sollte uns der Bus nach Antigua (Guatemala) abholen. Wir waren da - der Bus jedoch leider nicht.
Nach ueber einer Std langen Wartens machten wir uns daher auf, uns beim Reisebuero zu beschweren. Und letzten Endes mussten wir bis 12h warten, bis es endlich nach Guatemala ging.
Obwohl unserem Fahrer mehrmals die Augen bisserl zufielen, kamen wir heil in Antigua an. Anscheinend hatte uns das Glueck an diesem Tag doch nicht vollkommen im Stich gelassen..

beim vergeblichen Warten um 6am..

...wobei es am naechsten Morgen in unserem Hotel in Antigua weder Wasser noch Strom gab. Duschen fiel also aus und wir begannen daher ungeduscht unser volles Tagesprogramm: Von der Stadtbesichtigung bis zur Besteigung des nahegelegenen Vulkans Pacaya.

Die kleine Stadt mit seinen Kopfsteinplasterstrassen hat eine tolle Atmosphere und der Stadtpark mit seinen Brunnen lud uns zum Entspannen ein. Von einem nahegelegenen Huegel konnten wir von oben auf die kl Stadt herunterblicken, die umgeben ist von mittelgrossen Bergen und Vulkanen.
Am Nachmittag beim Vulkan hiess es dann wieder: Auf gehts, Burschen! und wir wurden fuer unsere Anstrengung mit gluehender Lava belohnt! Zum ersten Mal haben Ralf und ich direkt neben uns mehrere Lavastroeme einen Vulkan langsam runterfliessen sehen.
Neben der Lava zu stehen ist nicht nur aufregend, sondern v.a. sehr heiss! Waehrend einer der Vulkanfuehrer sich seine Zigarette durch die Lava anzuendete und Marsh Mallows "gebraten" hat, hatten andere weniger Glueck und verkohlten aus Versehens ihre Jeans und ihre Schuhe ;)
Die Aussicht von oben war traumhaft! Zwar konnten wir unseren eigenen Vulkan nicht genau sehen (es gab sehr viele Wolke um den Krater, und wir waren ein Stueck unterhalb davon), jedoch konnten wir auf viele Bergketten und 3 weitere Vulkane herabblicken.
Nachdem wir noch den Sonnenuntergang mit ein paar Muesliriegln genossen haben, gings dann mit unseren Stirnlampen bewaffnet wieder bergab.

eine Hundefamily

im Zentrum von Antigua

die Aussicht auf die Stadt
(mit wolckenbedecktem Vulkan)

LAVA!
(...und viel Wind)


einer der Guides beweist:
es ist heiss!


ein Lavastrom

und unser Sonnenuntergang

gegenueber speit der Vulkan Asche

Dienstag, 3. Februar 2009

Copán Ruinas

Der Sonntag fing fuer mich und Ralf sehr gut an:
Wir mussten nicht - wie befuerchtet - um 5h aufstehen, um mit einem der Schulbusse zur Hauptstadt Tegucigalpa zu tuckeln, sondern konnten mit unserem Freund Alfredo und Oliver im Auto fahren. Die beiden haben sich naemlich dort mit Arbeitskollegen zu einem chinesischen Fruehstueck verabredet. Nach einem leckeren chinesischen Fruehstueck fuhren wir dann los.

Am Abend kamen wir an der Grenze Honduras an, in Copán Ruinas. Der Ort liegt nicht nur auf unserer Strecke, sondern ist mit seinen Mayaruinen und seinen Thermalbaedern sehr interessant. Mit einem "Motorradtaxi" ging es zum Hotel. Diese Taxis liessen mich stark an die Pizzalieferantenautos denken, die man manchmal in Oberaudorf sieht...diese Dreiraeder. In den Strassen von Copán Ruinas sind viele einzelne Steine eingelassen (wie ein grobes Steinpflaster) und mit der Zeit wuchs meine Angst, dass wir mitsamt dem Taxi umfallen.
Zum Glueck aber passierte nichts und wir machten noch am gleichen Abend einen Spaziergang ins Zentrum der kleinen Stadt Copán.

Am Montag besuchten wir dann die Mayaruinen und waren sehr beeindruckt: Zum einen war das Gelaende riesig....ich glaube noch groesser als Palenque. Und wir konnten auf viele Ruinen hochklettern. Waehrend Die Mayastaette von Palenque fuer seine Wandgemaelde beruehmt ist, ist Copan Ruinas fuer die vielen gut erhaltenen Skulpturen bekannt. Wir machten auch einen "Waldspaziergang" auf den Spuren der Mayas und konnten sehen, dass im Wald noch viele weitere "Steinhaufen" aufwarteten. Alles Reste der Mayas, die noch immer nicht ausgegraben wurden.

Heute am Dienstag sind wir zu den Thermalbaedern gefahren. Obwohl wir grade in der Trockenzeit sind, gab es in der Nacht einen langandauernden Wolkenbruch, und auch den ganzen Tag ueber sollte es regnen. Daher waren wir mehr als froh, dass wir die Ruinen schon gesehen haben.
Mit einem Kleinbus gings dann uber eine Std lang auf einer schlammigen loechrigen Strasse zu den "Aguas calientes". Wir waren von der Gestaltung der Thermalbaeder hin und hergerissen: Mitten im Dschungel waren Steinbaeder eingelassen und viele Details machten die Anlage zu einem tollen Erlebnis. (Der Eingang war der Eingan in die "Unterwelt" - ein mit Totenschaedel beschmueckter Tunnel)
Leider waren nicht alle Baeder mit Thermalwasser befuellt...aber fuer die knappen 3 Std, in denen wir dort waren, wars super. Auch wenn uns stets ein kleiner Hauch von faulen Eiern umgab ;)

Morgen heisst es dann schon wieder Abschied nehmen von Honduras, denn morgen frueh gehts ab nach Antiguas, Guatemala.



beim Waldspaziergang:
Am Fusse des "Lebensbaumes" mit seinen grossen Wurzeln

bei einer der vielen Skulpturen

die Hieroglyphen-Treppe

Ein Altar (Im Museum)

eine Fledermaus
im heissen Wasser